Modell Frey in Herrenberg

Rainer Braun / Oberbürgermeister Thomas Sprißler

Seit dem 02.11.1978 bis ins Jahr 2012 baute Wolfgang Frey an seinem Stadtmodell von Stuttgart. Doch all die Jahre war die Anlage nur wenigen Menschen zugänglich gewesen. Seit heute ist die Spur N Anlage dank dem Einsatz von Rainer Braun und den Helfern vom  Modelleisenbahn Club Herrenberg von Donnerstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr in Herrenberg zu besichtigen. Was von vielen Experten für unmöglich gehalten wurde gelang nun innerhalb weniger Monate: Die Anlage ist zu 70% umgezogen und größtenteils wieder neu aufgebaut worden. Zusätzlich ist auch ein Teil von Freys nachgebautem Stellwerk mit umgezogen. Unter dem Namen „Stellwerk S“ sind nun faszinierende Einblicke in die einzigartige Schaffenskraft von Wolfgang Frey möglich. Modell Frey in Herrenberg weiterlesen

Offener Brief an „Aufbruch Stuttgart“

Offener Brief des  Aktionsbündnis  gegen Stuttgart 21 an den Vereinsvorsitzenden Dr. Wieland Backes
Sehr geehrter Herr Backes, sehr geehrte Freunde eines Aufbruchs in Stuttgart,

ohne für alle BürgerInnen sprechen zu können, die sich gegen Stuttgart 21 engagieren,  gehen wir davon aus, dass die große Mehrheit von uns die proklamierten Ziele Ihrer Initiative, insbesondere die Ihrer Aktion am 17. September, teilen und viele sich auch dort beteiligen werden.

„Weg von der autogerechten zur menschengerechten Stadt“ – das ist uns von Anbeginn an ein handlungsleitendes Anliegen. Auch die Forderung, die autobahnartige Schneise zwischen Bohnenviertel und City zu überwinden, vertreten wir seit langem. Die Hochkultur, der sie mit der Forderung nach einem „attraktiven Kulturquartier … aktuell Priorität einräumen“, liegt uns ebenso am Herzen – als Teil eines vielfältigen kulturellen Angebots. Offener Brief an „Aufbruch Stuttgart“ weiterlesen

Das Desaster von Rastatt und die Zusammenhänge zu Stuttgart 21

Rede von Dipl.-Ing. Klaus Gebhard, Ingenieure22
Guten Abend, liebe Bewohner eines Dritte-Welt-Landes,

ja, sie haben richtig gehört, so weit ist es schon gekommen: Unser einst so stolzes High-Tech-Land wird wegen der bei uns so auffällig sich häufenden Bau-Desaster vom Ausland mittlerweile als Entwicklungsland verspottet. So schreibt etwa die Basler Zeitung zum jüngsten Rastatter Tunnelbohr-Unglück:

„Die Schweiz täte gut daran, Deutschland künftig als Drittweltstaat einzustufen, insbesondere, wenn es dort um Infrastruktur- und Verkehrspolitik geht. Die Schweiz muss sich deshalb überlegen, ihr Entwicklungshilfebudget aufzustocken, um so im Krisengebiet vor Ort dringend benötigte Planer und Ingenieure zum Einsatz bringen zu können. Nach Deutschland mitreisen könnten gleich auch ein paar Juristen, die in Berlin die Bedeutung von Unterschriften erklären. Deutschland hat sich 1996 per Staatsvertrag verpflichtet, seinen Gotthard-Zubringer auf eigenem Territorium fertigzustellen. Rechtzeitig. Der Termin ist verstrichen, ein neuer ist nicht in Sicht.“ Das Desaster von Rastatt und die Zusammenhänge zu Stuttgart 21 weiterlesen

Das Neckartal von Oben – Rottenburg / Weitenburg

Ein paar geflügelte Impressionen aus dem Neckartal zwischen Horb und Rottenburg. Hier mäandert der noch junge Neckar in seiner ungezwungenen, ursprüglichen Form durch die Täler, begleitet von einer Eisenbahnline und dem Neckartal-Radweg. Die Bahnstrecke welche zwischen Horb, Rottenburg und Tübingen nicht elektrifiziert ist – bildet für die nächsten Wochen oder Monate die Ausweichroute für alle Güterzüge, die sonst durch das Rheintal von und in die Schweiz fahren.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Eröffnung von Stellwerk S in Herrenberg

©2011 Klaus Gebhard

Nach langer Zeit in Ungewissheit ist es nun soweit – das Stellwerk S öffnet seine Türen für die Öffentlichkeit! Am 16.09.2017 wird damit der Stand der Aufbauarbeiten rund um das Stadtmodell von Wolfgang Frey präsentiert. Die Anlage wird dann auch – so der Plan heute – mit einem kleinen Fahrbetrieb auf einigen Hauptstrecken funktionieren. Wie viel, dies ist heute noch nicht absehbar, da viele Reparaturen wegen Umzug, aber auch wegen vieler Renovierungsarbeiten an der mittlerweile in die Jahre gekommenen Anlage noch vorzunehmen sind. Damit wird diese einzigartige Anlage erstmals und dauerhaft mit einer eigenen Ausstellung Besuchern zugänglich gemacht!

„Alle Gleissperren sind funktionstüchtig konstruiert. Die Zugvorheizanlagen sind aus Plastikteilchen und Gummifaden nachgebildet. … Die EX Bundesbahndirektion. Heute beinhaltet diese eine Disco. Hätten wir früher auch schon brauchen können. Der Schornstein gehörte lange Jahre zu einem Kesselhaus über die die Energieversorgung des Bahnhofs gewährleistet wurde. Seit ungefähr 20 Jahren ist dieser abgerissen.“ (Wolfgang Frey über seine Anlage am  22.03.2008)

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Totholz auf Abruf

Wegstellbäume verabschieden sich, Teil 2

Im ersten Teil zum diesjährigen Spaziergang im verteilten Schlossgarten hatten wir einen allgemeinen Überblick über den derzeitigen Zustand der Bäume gegeben. Neben weiteren Bildern zu den inzwischen abgestorbenen Bäumen, soll hier ein spezielles Beispiel gezeigt werden, dass für viele Schäden an scheinbar noch gesunden Bäumen verantwortlich ist. Totholz auf Abruf weiterlesen

How to win a VHF radio contest, DR9A 2017

Was    eigentlich genau eine Gruppe Funkamateure dazu treibt, für einen VHF-UHF/SHF Wettbewerb auf einen Berg zu fahren und dort für einen 24 Stunden dauernden Wettbewerb eine größere oder auch kleinere Antennenanlage aufzubauen, das lässt sich kaum beschreiben. Es ist die Fazination an den komplizierten Details der Technik, der mehr oder weniger umfangreichen Vorbereitungen, die eigenen Grenzen und die der Gruppe zu erkunden und nach oben zu verschieben, sich mit Gleichgesinnten ein Deutschland und Europa zu messen. Nicht zuletzt ist es auch die Fazination daran, dass sich Funkwellen in den Frequenzbereichen über 144MHz bis weit über 76GHz hinaus deutlich weiter ausbreiten, als gemeinhin bekannt.

Worum geht es bei diesem Wettbewerb?
Nun, es gewinnt, wer die meisten Punkte erziehlt. Es wird während der Funkverbindung unter anderem ein Code, der sogenannte Locator, übertragen. Damit lässt sie die Entfernung ziwschen den beiden Funkstationen berechnen. Die Entfernungen aller Funkverbindungen werden summiert und ergeben die so für das Endergebnis entscheidene Punkzahl.

Wie funktioniert so eine Funkverbindung?
Im Video ruft der Operator „cq cq contest von DR9A“. Das lässt sich grob als „Wer möchte mit mir eine Funkverbindung machen?“ übersetzen. Das eigene Rufzeichen, die Kennung der Station ist DR9A. Es antwortet darauf entweder niemand, oder oft antworten mehrere Stationen gleichzeitig. Das machen diese indem sie ihr Rufzeichen nennen. Nun wird eine der anrufenden Stationen aufgerufen. Es folgt ein Code mit der Signalstärke (meist 59), eine laufende Nummer und der Locator (Standort). Das macht das auch die andere Station und schon ist die Funkverbindung wieder beendet.

Wie ist die Station aufgebaut?
Ganz kurz formuliert hat die Station 9 Antennensysteme welche alle in unterschiedliche Richtungen zeigen und jeder der beiden Operator kann die Antenne frei wählen auf der er hören möchte. Rufen gleichzeitig mehrere andere Stationen an, dann können sie die Funkverbindungen theoretisch sehr schnell nacheinander abarbeiten indem sich jeder Operator auf eine der anrufenden Stationen konzentriert.

Zum Video
Das Video zeigt Aufnahmen während des Aufbaus der ziemlich großen Antennenanlage von einer Drohne aus und von einer Bodenkamera. Dazwischen, sowie die komplette Tonspur, zeigt die beiden Operator während des Wettbewerbs und deren ziemlich perfektes Zusammenspiel. Es gibt noch einen dritten Operator, der jedoch eher im Hintergrund arbeitet und sich um diverse andere Dinge kümmert für welche die beiden meist gezeigten Operator gar keine Zeit haben.

Das „How to win“ im Titel des Videos bezieht sich folglich auf die Betriebstechnik der beiden Operator und deren Zusammenspiel, das fast durchweg perfekt funktioniert. Das so gut zu machen, das ist alles andere als einfach. Man sieht kaum, wann und wie sich die Beiden verständigen, doch sie müssen es tun – andernfalls wäre es ziemlich chaotisch und ineffektiv.

( Alexander Schäfer / Martin  Henz auf schaeferweltweit.de )

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Wegstellbäume verabschieden sich, Teil 1

Vor fünf Jahren wurde der Mittlere Schlossgarten zerstört. Einige wenige Bäume wurden im Stuttgarter Stadtgebiet verpflanzt. Dabei stand es nicht im Vordergrund, ihre stadtökologischen Funktionen zu erhalten, oder ihren ästhetischen Wert zu bewahren, oder gar neue, qualitativ hochwertige Orte der Erholung und Beschaulichkeit zu schaffen. Es ging einzig darum, eine möglichst hohe Zahl an Verpflanzungen mitzuteilen, völlig egal, wie das Ergebnis dann ausschaut. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Parkbäume zu Straßenbegleitgrün degradiert, also der Art von Stadtmöblierung, die man jederzeit wieder aus dem Weg fällt, wenn ein vermeintlicher Fortschritt daher kommt. Aus den Augen, aus dem Sinn? weiterlesen

Stuttgart 21 zerstört weiteres Landschaftsschutzgebiet

Ehemals geschützte Magerwiese nun Schotterfläche der DB

Die Feuerbacher Heide hat eine sehr lange Geschichte, von den Streitigkeiten zwischen Feuerbach, Cannstatt und Stuttgart im Jahre 1480, über die Nutzung als Hinrichtungsstätte im 19. Jahrhundert bis hin zur Ausweisung zum  21,3 ha großen Landschaftsschutzgebiet 1961. Nun wurde die Feuerbacher Heide erst wieder zur Hinrichtungsstätte, allerdings „nur“ für zahlreiche vor sich hin vegetierenden und teils schon eingegangenen Bäume aus dem Mittleren Schlossgarten. Aber dem nicht genug, nun wird aus dem Landschafts“Schutz“gebiet durch  9700 Tonnen Muschelkalkstein, 3000 Tonnen Schotter und 1200 Tonnen Split der Deutschen Bahn eine riesige Abraumhalde – Verzeihung – der Begriff ist glaube ich „Schutzgebiet für Eidechsen mit Untertürkheimer Migrationshintergrund“. 
Ich war vor Ort um  Bildlich näher zu bringen was dies bedeutet:

Erst aus einer etwas anderen Perspektive wird die enorme Fläche vorstellbar. Und dies soll ausgerechnet eine Ausgleichsmaßnahme im Sinne des Artenschutzes sein… welch tiefschwarzer Sarkasmus. Die DB bewies diesen Sarkasmus allerdings auch schon bei der PR-Show der „Verpflanzungen für S21“ bei der Bäume aus dem Innenstadtgebiet größtenteils auf Friedhöfe oder wie hier  Hinrichtungsplätze oder aber schlicht Abraumhalden am Stadtrand erfolgte…

Wer denkt die DB hat schon genug in der Stadt Stuttgart zerstört irrt! Der Deutschen Bahn sind  keine Grenzen gesetzt. Kein Schutzgebiet, keine Grünfläche, kein Baum ist vor dem Bahnsinn rund um das Immobilienprojekt Stuttgart 21 sicher.

Hier ein Praxisbeispiel (link) welches die Erfolgschancen einer solchen Umsiedlungsaktion der DB bei S21 aufzeigt.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Bilder, Berichte und Dokumentationen von Alexander Schäfer