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Warteraum als „grüne Oase“?

Keine vier Jahre sind vergangen seit die Deutsche Bahn für ihr Immobilienprojekt Stuttgart 21 den Mittleren Schlossgarten abgeholzt, geschreddert und vernichtet hat. Seit dem ist es nicht mehr möglich mit ein paar wenigen Schritten aus dem Südausgang des Stuttgarter Kopfbahnhofes oder auch aus der Arnulf-Klett-Passage direkt unter die alten Parkbäume zu treten.

Vor diesem Hintergrund erscheint es nun enorm bitter und verlogen, dass ausrechnet der sogenannte „Einkaufsbahnhof“ nun mit einem Warteraum mit „grüner Oase“ wirbt.  Bebildert mit Bäumen würde der Raum Ruhe und Entspannung ausstrahlen wirbt die Werbereferentin auf deren Website. Was für ein Hohn und Spott wenn man bedenkt das all dies für viele Stuttgarter einer der Hauptgründe gegen das Sinnlose Milliardenloch Stuttgart 21 war. Wie man unter anderem auf der Seite der Baumpaten heute noch sieht, grenzte der Stuttgarter Kopfbahnhof bis 2012 direkt an eine REALE grüne Oase! Heute bleibt zur Entspannung nur noch ein stickiger Warteraum oder die herunter gekommene  versiffte Passage unter dem Arnulf-Klett“platz“. Vorbei die kühlende Wirkung in den heißen Sommern welche durch das Klima der Bäume und Wiesen entstand, lediglich wenige Schritte vom Querbahnsteig direkt an der Haupthalle des Bahnhofs entfernt.

Wer sich heute im Wartebereich der Deutschen Bahn im Stuttgarter Hauptbahnhof entspannt und dort ernsthaft an Bäume, Wiesen und Felder denkt sollte nicht vergessen wem er verdankt dass dies nicht mehr Realität sondern nur noch billiges Pixelwerk auf Klebefolie und von einer drittklassigen Werbefirma ohne Gespür für die Emotionen der Menschen ist.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

„Die Geschichte des Widerstands“ aus dem Archiv

Leider gibt es die Quellseite http://leben-in-stuttgart.de/index.php?id=11 nicht mehr -> Inhalt war WaybackMachine
Hier nun auch für Google wieder zu finden:


1994 – Das Projekt wird erstmals vorgestellt

Heinz Dürr, der ehem. Vorstandsvorsitzende der DB AG sagte zu Stuttgart 21: „Die Art der Präsentation (von Stuttgart 21) im April 1994 war ein überfallartiger Vorgang. Gegner und Skeptiker sind nicht im Stande gewesen, die Sache zu zerreden. Ein Musterbeispiel, wie man solche Großprojekte vorstellen muss.“ (Zitat aus den Stuttgarter Nachrichten vom 14. Februar 1995) „Die Geschichte des Widerstands“ aus dem Archiv weiterlesen

Impressionen rund um den HBF

Kurz vor der PR-Show der DB (Baustellenbesichtigung für Jedermann) noch ein kleiner Rundgang am HBF. Wie man sieht wurden massenweise Bauzäune auf dem Gelände verteilt. (Sinnloserweise selbst direkt vor massiven Wänden) Baumaschinen wurden aufgefahren – manch Baggerballett wird sogar beleuchtet sein – selbst Fahrzeuge mit platten Reifen müssen für die Baushow herhalten. Aber keine Angst – es wird wieder mal für die meisten Besucher reichen. Auch wenn zig Termine bereits vor Jahren verpasst wurden, der Bürger wird mal wieder begeistert sein. Impressionen rund um den HBF weiterlesen

Rund um den Nordflügel 2010

Mal etwas im Archiv gekramt und einen Ordner rund um den sog. „schonenden Rückbau“ des Posttrakt (von der Bahn später „Nordflügel“ genannt) des Stuttgarter Hauptbahnhofes gefunden. Diese Bilder hatte ich so in der Zusammenstellung bisher noch nicht online (jeweiliges Datum unter den Bildern im Archiv). Teilweise sind die Bilder auch während Demonstrationen entstanden, während denen die DB provokant und besonders Lautstark weiter „Rückgebaut“ hatte.

Mehr Bilder auch hier (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Rund um den HBF, das H7 und Dirtland

Montag Abend – Zeit für ein bisschen Durchblick und Umblick
Augen auf was so passiert! Nicht einschläfern lassen. 

Impressionen Rund um den HBF (link)

Impressionen Rund um die Eisenbahndirektion (link)

Impressionen Rund um Dirtland (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Fortsetzung der „Lach- und Dachgeschichten“

Die Geschichte der Bahnsteig-Überdachung im Stuttgarter Hauptbahnhof ist eine Geschichte … voller Experimente. Sicher sieht das Projekt-Sprecher Dietrich oder so mancher Arbeiter anders, aber schaut man sich dort um, was früher einmal der funktionierende Stuttgart Hauptbahnhof war, dann sieht man zur Zeit dies:

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Bereits als dieser Teil des Bahnhof noch geöffnet war, gab es massive Bedenken von Ingenieuren bezüglich der Statik des Daches. Damals ging es um massive Abbuchschäden durch die Firma SER, um Seitenwindbelastungen durch den Abbruch der Seitenflügel (Glasplatten wurden entfernt), um ein Abheben bzw. Verschieben der auf Rollen gelagerten Konstruktion (tonnenschwere Betonelemente wurden zur Stabilisierung eingebracht). Mittlerweile wurde aber noch mehr zur Destabilisierung des Daches getan, es wurde in der Mitte getrennt, Teile davon wurden einseitig an Gleis 1 abgebrochen und nun baut man Holzpfosten ein. Es scheint, damit wird der Abriss des Daches auf der anderen Seite der Betonstützen vorbereitet. Das alles in einer Zeit der Herbst und Winterstürme.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Nach allen Erfahrungen mit dem Dach und den Baukünsten der Deutschen Bahn macht dies nicht wirklich den Eindruck von einem sicheren Bauen unter rollendem Rad – sprich mit Personenverkehr unter diesem Dach. Die Besucher des Bahnhof werden zwar durch Holzzäune vor dem Anblick geschützt – das tonnenschwere Dach wird dies aber nicht hindern, wenn es mal nicht so läuft wie die DB es geplant hat! Wie so ein Bau mitten in einer Landeshauptstadt überhaupt ablaufen darf, ist mir ein Rätsel! Schaut man nur ein paar Meter weiter sieht man z.B… Folgendes:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Diese mittlerweile freischwebende Ecke eines zweifellos auch ziemlich schweren Werbeplakates, hängt auch direkt an diesem Dach dran. Abgesehen davon, dass ein Umstürzen des Plakates durchaus einige Arbeiter verletzen könnte, würde das sicherlich eine nicht unerhebliche Auswirkung auf die komplette Konstruktion bis hinüber auf Gleis 16 zu diesen Holzstämmen haben.

Gibt es auf dieser Prestige-Baustelle (in Zeiten als dort noch Schwarzarbeiter erwischt werden durften, nannte sie sich noch groß „Herz Europas“) eigentlich eine Bauaufsicht?
Sitzt der Bauleiter schon in einem der ausgedienten, berüchtigten Wasenkontainer oder hat sich zumindest schon mal dort häuslich eingerichtet?
Gibt es noch einen Bürgermeister, den es interessiert wie die Gäste seiner Stadt ankommen?
Wird die Trauerfeier der evtl. zu erwartenden Toten dann auch der gleiche Geistliche halten, welcher bei diesem Projekt Schächte als Tunnel erklärt und um Gottes Hilfe bei so einer Planung bittet?

Fragen über Fragen … the answer my friend is blowin´ in the wind …  

Zu allen Bildern von den Dachdetails vom HBF

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Montag in Stuttgart

Stitched PanoramaImmer noch imposant zeigt sich die Vorderfront des Stuttgarter Hauptbahnhofs an der Schillerstraße. Die Entscheidung für diesen Standort, fällt 1907 König Wilhelm II. von Württemberg. 1911 entscheidet sich eine Jury für den Entwurf von Architekt Paul Bonatz und seinem Partner Friedrich Eugen Scholer. 1914 geht das Gebäude in den Bau und ist 1928 fertig gestellt. Die lange Bauzeit ist unter anderem den Kriegsjahren geschuldet, in dieser Zeit entwickelt sich der Bau unter anderem auch durch die Empfehlungen vom Berliner Baurat Alexander Rüdell weiter. Sogar die Straßenführung konnte im Rahmen eines städtebaulichen Wettbewerbs verändert und an das Gebäude angepasst werden. Eine sehr schöne Vorstellung dieses Gebäudes und seiner Entwicklung findet sich auf der Seite hauptbahnhof-stuttgart.eu (auch Quelle für die Fakten hier)

Der Stuttgarter Hauptbahnhof - Panorama © schaeferweltweit.de
Der Stuttgarter Hauptbahnhof – Panorama © schaeferweltweit.de

Als erster Teil dieses für die damalige Zeit sehr großen Bauwerks nimmt im Jahre 1915 der Schlossgartenflügel langsam Gestalt an. Die Asymmetrische Bauweise des HBF lässt die Möglichkeit offen zuerst in den südlich entstehenden Gebäudeteilen den Betrieb aufzunehmen während die noch bestehenden Gleise zum „ersten Stuttgarter HBF“ ( eigentlich der 1. + 2. Centralbahnhof in der heutigen Bolzstraße) weiter in Betrieb bleiben können. Der Turm entsteht im engen Zusammenspiel mit dem Schlossgartenflügel und dem Königlichen Wartesaal / der heutigen großen Schalterhalle und fügt sich sehr passend in das durch die Königlichen Anlagen geprägte Stadtbild ein. Danach folgen die weiteren Gebäudeteile bis hin zum Posttrakt (ugs. „Nordflügel“)

Auch die erheblichen Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg und die darauf folgenden Wiederaufbauarbeiten übersteht der Bau weitgehend unverändert. Danach wandeln viele kleinere Veränderungen das Bild des Gebäudes, welches zwar 1987 ins Denkmalbuch gemäß § 12 Denkmalschutzgesetz als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung eingetragen wird, aber später dann weitgehend gleichgültig von der Deutschen Bahn und Politik für das sinnlose Immobilienprojekt Stuttgart 21 geopfert wird. Auch durch die offensichtlich wohl mutwillige Vernachlässigung von Pflege und Instandhaltung des Gebäudes, entstehen schon über etliche Jahre kaum verzeihliche Schäden an der Bausubstanz durch die Betreiber und Verantwortlichen des Bahnhofs.

Heute am Montag den 05.08.2013 stehen nur noch die kleine Schalterhalle, der Säulengang, der Mittelausgang, die große Schalterhalle und die Kopfbahnsteighalle. Das Bahnsteigdach über den Gleisen ist mittlerweile fast nur noch ein funktionsloses Gerippe geworden. Durch gröbste Fehler während des Abrisses des Schlossgartenflügels wurde es massiv geschädigt und später auch Aufgrund des hieraus resultierenden Sicherheitsriskos für die Fahrgäste, sämtliches Glas aus dem Dach entfernt. Heute zeigt sich im Winter sowie bei Regen wie tiefgreifend die Zerstörungen an dem Dach sind. Ebenso wurden die Gleisanlagen durch den Umbau für Stuttgart 21 massiv geschädigt – was sich unter anderem sehr eindrücklich in einer beispiellosen Entgleisungsserie rund um die Weiche 227 (auch hier im aktuellen ARD Bericht Minute 2:40 ) gezeigt hat. Später soll auch noch die große Schalterhalle (für eine neue Treppenanlage) dem Immobilienwahn geopfert werden. Ob das Wahrzeichen der Innenstadt – der Stuttgarter Hauptbahnhofsturm – diese und kommende Bausünden überleben wird, ist ebenso fraglich da die Deutsche Bahn bisher nicht gerade mit ihren Bauqualitäten geglänzt hat. Wie oben beschrieben wurde der Südflügel vor dem Turm gebaut. Die Unfähigkeit in Statischen Belangen und ihren kapitalen Dachschaden (an Gleis 16), bewies die DB bereits beim erwähnten sinnlosen Abriss des Schlossgartenflügels.

Zu meiner Doku vom Montag Rund um den Hauptbahnhof Stuttgart (link)

Am Rande meiner Doku zu diesem geschichtsträchtigen Stuttgarter Gebäude, möchte ich noch eine Demo erwähnen welche zur gleichen Zeit in der Lautenschlagerstraße statt fand:

Demo in der Lautenschlagerstraße
Demo in der Lautenschlagerstraße

Auch eine Spontandemo auf der Schillerstraße sei erwähnt welche sich gegen Stuttgart 21 aber auch gegen die Verlegung der Demo in die Lautenschlagerstraße richtete:

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( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de

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Die Württembergische Eisenbahndirektion

180. Montagsdemo gegen Stuttgart 21

15.07.2013 / Hauptbahnhof

Stitched Panorama

Impressionen der Demo

Mehr Bilder in der Fotodokumentation doku-stuttgart.de

Videos von Walter Steiger

Lokomotive Stuttgart /1 http://youtu.be/H_w55-KI_z0
Dr. Eisenhart v. Loeper /1 http://youtu.be/sN6TbhNixa0
Gerhard Pfeifer (BUND) http://youtu.be/FERAZEspot8
Lokomotive Stuttgart /2 http://youtu.be/_hufLrMIlBQ
Dr. Eisenhart v. Loeper /2 http://youtu.be/_AMoSqAaDec
Prof. Dr. Yvonne P. Doderer http://youtu.be/Cl219GvtgDk
Dr. Eisenhart v. Loeper /3 (Termine) http://youtu.be/DUvLrA_0bAA

Erörterung PFA 1.1/1.5/1.6a (Apollo Theater) http://youtu.be/xltEvuULGyg