Archiv der Kategorie: Stuttgart21

Der 30.09.2017 – Wir vergessen nicht!

Vor sieben Jahren meinte ein gewisser „Stefan Mappus“ (seinerzeit der nie wirklich gewählte Ministerpräsident von Baden-Württemberg) das dieses sinnlose Immobilienprojekt Stuttgart 21 es wert wäre mit aller Gewalt durchgesetzt zu werden. Heute können es sich schon wieder viele Menschen nicht vorstellen und  denken bei Polizeigewalt immer nur ans Ausland oder allenfalls noch an Hamburg etc. Aber NEIN es ist hier passiert und es ist in Stuttgart passiert und JA  es benötigt lediglich einen neuen Befehl und es würde wieder passieren! Menschen wurden zusammengeschlagen und verletzt.

Außer ein paar fadenscheinige Entschuldigungen welche auch schon Jahre langes Ringen bei den heute Verantwortlichen Politikern benötigte ist faktisch NICHTS geändert.  Nicht einmal die Mindestvoraussetzung gegen Willkür ist erfüllt. Damit Polizisten die sogenannten „Freunde und Helfer“  nicht völlig frei von Konsequenzen vor sich hin prügeln können (NEIN das ist keine Übertreibung – schau dir einfach mal Videos von damals an! Stuttgarts Geschichte -> man sollte mehr wissen als nur wo der Cannstatter Wasen ist!) ist es nun mal MINDESTENS nötig dass   sie sich wenigstens Kennzeichnen lassen.  Nicht einmal anonyme  Nummern lassen sich die unfehlbaren stets richtig handelnden Beamten aber gefallen.

Politiker die 2010 persönlich im  ehemaligen Schlossgarten ihre Krokodilstränen in die Kameras verdrückten haben nun schon sieben Jahre lang nicht die Eier in der Hose für diese  Kennzeichnung zu sorgen.  Nicht einmal der ach so geliebte und gelobte Winfried Kretschmann, welcher selbst im Park stand, rührt seit seiner Machtergreifung keinen Finger mehr bei diesem Thema.   Wahrscheinlich weil er nie sicher sein kann wann er nicht selbst, wie 2012 als er den Schlossgarten zerstören lies, die Truppen schicken will.

Es ist daher wichtig an diesem Tag auf der Straße zu gehen und gegen das Vergessen und  dafür zu kämpfen das sich so etwas nicht mehr ohne Konsequenzen ereignen kann. Wer es dieses Jahr nicht geschafft hat markiert sich am besten sofort den 30.09.2018 in seinem Kalender! Es wird ein Sonntag sein – es wird wieder ein wichtiger Tag sein um sich zu bewegen.

Mehr Bilder im Archiv (link)
Video von Eberhard Linckh auf Youtube (link)
Livestream von cams21 (link)

Rede von Dieter Reicherter (link)
Rede von Joe Bauer (link)
Rede von Jürgen Lodemann (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Demonstration am 30.09.2017

Sieben Jahre sind vergangen – doch nichts wird vergessen. Auch wenn danach so mancher sagte das er „diese Bilder“ (nicht die Ereignisse an sich) nie wieder sehen will, ist seit dem nicht viel wesentliches passiert. Die Lippenbenenntnisse zur Kennzeichnungspflicht für Polizeibeamte  sind längst   und gänzlich ohne Konsequenzen verhallt. Zeit dieses Thema einmal mehr auf  den Tisch zu ziehen.


Bilder des 30.09.2010 im Archiv
(link)

Mit einer großen Samstagsdemo vor dem Stuttgarter Hauptbahnhof und anschließendem Demozug wollen die Stuttgart  21 Gegner dieser Forderung Nachdruck verleihen – am 30.9.2017 um 14 Uhr. Eindrucksvoll vor dem Kopfbahnhof gegen S21 und seine Begleiterscheinung Polizeigewalt. Redner sind Jürgen Lodemann, Literaturpreisträger der Stadt Stuttgart, Joe Bauer (Journalist und Stadt-Spaziergänger) … und weitere! Musikalische Begleitung Nu Sports und ein Überraschungsgast.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Modell Frey in Herrenberg

Rainer Braun / Oberbürgermeister Thomas Sprißler

Seit dem 02.11.1978 bis ins Jahr 2012 baute Wolfgang Frey an seinem Stadtmodell von Stuttgart. Doch all die Jahre war die Anlage nur wenigen Menschen zugänglich gewesen. Seit heute ist die Spur N Anlage dank dem Einsatz von Rainer Braun und den Helfern vom  Modelleisenbahn Club Herrenberg von Donnerstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr in Herrenberg zu besichtigen. Was von vielen Experten für unmöglich gehalten wurde gelang nun innerhalb weniger Monate: Die Anlage ist zu 70% umgezogen und größtenteils wieder neu aufgebaut worden. Zusätzlich ist auch ein Teil von Freys nachgebautem Stellwerk mit umgezogen. Unter dem Namen „Stellwerk S“ sind nun faszinierende Einblicke in die einzigartige Schaffenskraft von Wolfgang Frey möglich.

Mit Hilfe tausender Fotografien die Wolfgang Frey von den Gebäuden und Details angefertigt hatte baute er die Stuttgarter Innenstadt mit allen Materialien nach die sich ihm boten. Dazu gehören neben alten Schildern und etlichen gewöhnlichen als auch ungewöhnlichen Haushaltsmaterialen letztlich sogar ein kompletter alter Wohnzimmertisch.

Die Anlage wurde nie wirklich für den Fahrbetrieb entworfen. Auch Wolfgang Frey hatte nur ein paar wenige Strecken in Betrieb genommen. Aktuell sind bisher nur fünf der zahlreichen Gleise befahrbar. So beleben ein paar Züge die Anlage und in Zukunft sind auch noch Erweiterungen der Anlage sowie auch des Fahrbetriebes geplant. Es bleibt also spannend und immer wieder einen Besuch wert um den Fortschritt mit zu verfolgen. Nicht von ungefähr sind  wöchentlich drei Tage für den Bau an der Anlage geplant. 


Die zahlreichen bis ins kleinste Detail gearbeiteten Häuserzeilen laden zum Verweilen ein. Hinter so manchem beleuchteten als auch unbeleuchteten Fenster zeigt sich ein wahrer Schatz. Jede offene Tür an einem der Lokschuppen oder der Betriebswerke bietet ungeahnte Tiefen und fesseln immer wieder aufs Neue den Betrachter. Auch wenn manches Detail erst mit dem Teleobjektiv oder einem Fernglas zu erkennen ist, so kann doch auch die Skyline ans sich Erinnerungen an alte Zeiten und so manche Fahrt mit Straßenbahn oder U-Bahn wieder beleben.

Wolfgang Frey an der Wand über seinem Lebenswerk

Sehr viele der Fahrzeuge entsprachen auch nicht den Ansprüchen des Perfektionisten Frey. So wurden etliche um lackiert, Türen aufgeschnitten, Laderampen geöffnet und komplett umgebaut wie beispielsweise ein VW-Käfer der dann schließlich zu einem Trike wurde.  Auch Stuttgarter Straßenbahnen gab es damals nicht fertig zu kaufen – genauso wie die Arbeitszüge der Eisenbahn baute Wolfgang Frey diese liebevoll nach wie so vieles andere auf seiner wunderbaren Anlage. Sieht man die alten Straßenbahnen auf dem Modell stehen ist kaum zu glauben das diese komplett aus recycelten Materialien bestehen.

Lust auf einen Besuch? Dann gibt es mehr Informationen sowie auch Anfahrtsbeschreibung, aktuelle Öffnungszeiten und Preise auf der Website von Stellwerk-S
Viel Spaß beim Besuch des Lebenswerks von Wolfgang Frey.


Mehr Bilder finden sich im Archiv (link)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Offener Brief an „Aufbruch Stuttgart“

Offener Brief des  Aktionsbündnis  gegen Stuttgart 21 an den Vereinsvorsitzenden Dr. Wieland Backes
Sehr geehrter Herr Backes, sehr geehrte Freunde eines Aufbruchs in Stuttgart,

ohne für alle BürgerInnen sprechen zu können, die sich gegen Stuttgart 21 engagieren,  gehen wir davon aus, dass die große Mehrheit von uns die proklamierten Ziele Ihrer Initiative, insbesondere die Ihrer Aktion am 17. September, teilen und viele sich auch dort beteiligen werden.

„Weg von der autogerechten zur menschengerechten Stadt“ – das ist uns von Anbeginn an ein handlungsleitendes Anliegen. Auch die Forderung, die autobahnartige Schneise zwischen Bohnenviertel und City zu überwinden, vertreten wir seit langem. Die Hochkultur, der sie mit der Forderung nach einem „attraktiven Kulturquartier … aktuell Priorität einräumen“, liegt uns ebenso am Herzen – als Teil eines vielfältigen kulturellen Angebots. Offener Brief an „Aufbruch Stuttgart“ weiterlesen

Das Desaster von Rastatt und die Zusammenhänge zu Stuttgart 21

Rede von Dipl.-Ing. Klaus Gebhard, Ingenieure22
Guten Abend, liebe Bewohner eines Dritte-Welt-Landes,

ja, sie haben richtig gehört, so weit ist es schon gekommen: Unser einst so stolzes High-Tech-Land wird wegen der bei uns so auffällig sich häufenden Bau-Desaster vom Ausland mittlerweile als Entwicklungsland verspottet. So schreibt etwa die Basler Zeitung zum jüngsten Rastatter Tunnelbohr-Unglück:

„Die Schweiz täte gut daran, Deutschland künftig als Drittweltstaat einzustufen, insbesondere, wenn es dort um Infrastruktur- und Verkehrspolitik geht. Die Schweiz muss sich deshalb überlegen, ihr Entwicklungshilfebudget aufzustocken, um so im Krisengebiet vor Ort dringend benötigte Planer und Ingenieure zum Einsatz bringen zu können. Nach Deutschland mitreisen könnten gleich auch ein paar Juristen, die in Berlin die Bedeutung von Unterschriften erklären. Deutschland hat sich 1996 per Staatsvertrag verpflichtet, seinen Gotthard-Zubringer auf eigenem Territorium fertigzustellen. Rechtzeitig. Der Termin ist verstrichen, ein neuer ist nicht in Sicht.“

Mit dem jüngsten Unglück in Rastatt haben wir einen gewichtigen Grund mehr, den systemischen Ursachen für die schmählich sich häufenden Großprojekts-Debakel in unserem Land und Ländle auf den Grund zu gehen. Das Desaster von Rastatt und die Zusammenhänge zu Stuttgart 21 weiterlesen

Totholz auf Abruf

Wegstellbäume verabschieden sich, Teil 2

Im ersten Teil zum diesjährigen Spaziergang im verteilten Schlossgarten hatten wir einen allgemeinen Überblick über den derzeitigen Zustand der Bäume gegeben. Neben weiteren Bildern zu den inzwischen abgestorbenen Bäumen, soll hier ein spezielles Beispiel gezeigt werden, dass für viele Schäden an scheinbar noch gesunden Bäumen verantwortlich ist. Totholz auf Abruf weiterlesen

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Wegstellbäume verabschieden sich, Teil 1

Vor fünf Jahren wurde der Mittlere Schlossgarten zerstört. Einige wenige Bäume wurden im Stuttgarter Stadtgebiet verpflanzt. Dabei stand es nicht im Vordergrund, ihre stadtökologischen Funktionen zu erhalten, oder ihren ästhetischen Wert zu bewahren, oder gar neue, qualitativ hochwertige Orte der Erholung und Beschaulichkeit zu schaffen. Es ging einzig darum, eine möglichst hohe Zahl an Verpflanzungen mitzuteilen, völlig egal, wie das Ergebnis dann ausschaut. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Parkbäume zu Straßenbegleitgrün degradiert, also der Art von Stadtmöblierung, die man jederzeit wieder aus dem Weg fällt, wenn ein vermeintlicher Fortschritt daher kommt. Aus den Augen, aus dem Sinn? weiterlesen

Stuttgart 21 zerstört weiteres Landschaftsschutzgebiet

Ehemals geschützte Magerwiese nun Schotterfläche der DB

Die Feuerbacher Heide hat eine sehr lange Geschichte, von den Streitigkeiten zwischen Feuerbach, Cannstatt und Stuttgart im Jahre 1480, über die Nutzung als Hinrichtungsstätte im 19. Jahrhundert bis hin zur Ausweisung zum  21,3 ha großen Landschaftsschutzgebiet 1961. Nun wurde die Feuerbacher Heide erst wieder zur Hinrichtungsstätte, allerdings „nur“ für zahlreiche vor sich hin vegetierenden und teils schon eingegangenen Bäume aus dem Mittleren Schlossgarten. Aber dem nicht genug, nun wird aus dem Landschafts“Schutz“gebiet durch  9700 Tonnen Muschelkalkstein, 3000 Tonnen Schotter und 1200 Tonnen Split der Deutschen Bahn eine riesige Abraumhalde – Verzeihung – der Begriff ist glaube ich „Schutzgebiet für Eidechsen mit Untertürkheimer Migrationshintergrund“. 
Ich war vor Ort um  Bildlich näher zu bringen was dies bedeutet:

Erst aus einer etwas anderen Perspektive wird die enorme Fläche vorstellbar. Und dies soll ausgerechnet eine Ausgleichsmaßnahme im Sinne des Artenschutzes sein… welch tiefschwarzer Sarkasmus. Die DB bewies diesen Sarkasmus allerdings auch schon bei der PR-Show der „Verpflanzungen für S21“ bei der Bäume aus dem Innenstadtgebiet größtenteils auf Friedhöfe oder wie hier  Hinrichtungsplätze oder aber schlicht Abraumhalden am Stadtrand erfolgte…

Wer denkt die DB hat schon genug in der Stadt Stuttgart zerstört irrt! Der Deutschen Bahn sind  keine Grenzen gesetzt. Kein Schutzgebiet, keine Grünfläche, kein Baum ist vor dem Bahnsinn rund um das Immobilienprojekt Stuttgart 21 sicher.

Hier ein Praxisbeispiel (link) welches die Erfolgschancen einer solchen Umsiedlungsaktion der DB bei S21 aufzeigt.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

378. Montagsdemo gegen Stuttgart 21

Dreihundertachtundsiebzig Montagsdemonstrationen gegen Stuttgart 21 – dreihundertachtundsiebzig mal informative Reden – dreihundertachtundsiebzig mal Musik und Kultur.   Oben Bleiben.

Mehr Bilder -> Archiv / Link
Reden der Demos -> demoreden.schaeferweltweit.de
Buch: „abgrundtief + bodenlos: Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“  / PapyRossa Verlag / ISBN-13: 978-3894386382

Video Eberhard Linckh

( Alexander Schäfer auf www.schaeferweltweit.de )

24.07.17 – „Druck in den Kessel, für ein anderes Stuttgart“

Flyer als PDF herunterladen

Eine ganz besondere 378. Montagsdemo findet am 24.07.2017 unter dem Motto „Druck in den Kessel, für ein anderes Stuttgart“ statt. Rund um die Demo ist ein tolles Programm geboten! Das Vorprogramm beginnt ab 16:30 Uhr mit einer Bewegungsmeile in der Königstraße. Wie üblich beginnt die Montagsdemonstration dann um 18:00 Uhr auf dem Schlossplatz, dauert aber diesmal deutlich länger, bis ca. 19:30 Uhr. Der Demozug entfällt. Stattdessen findet im Anschluss die Buchvorstellung „Abgrundtief und Bodenlos. Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“ im Rathaus statt.

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