Archiv der Kategorie: Stuttgart21

Totholz auf Abruf

Wegstellbäume verabschieden sich, Teil 2

Im ersten Teil zum diesjährigen Spaziergang im verteilten Schlossgarten hatten wir einen allgemeinen Überblick über den derzeitigen Zustand der Bäume gegeben. Neben weiteren Bildern zu den inzwischen abgestorbenen Bäumen, soll hier ein spezielles Beispiel gezeigt werden, dass für viele Schäden an scheinbar noch gesunden Bäumen verantwortlich ist. Totholz auf Abruf weiterlesen

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Wegstellbäume verabschieden sich, Teil 1

Vor fünf Jahren wurde der Mittlere Schlossgarten zerstört. Einige wenige Bäume wurden im Stuttgarter Stadtgebiet verpflanzt. Dabei stand es nicht im Vordergrund, ihre stadtökologischen Funktionen zu erhalten, oder ihren ästhetischen Wert zu bewahren, oder gar neue, qualitativ hochwertige Orte der Erholung und Beschaulichkeit zu schaffen. Es ging einzig darum, eine möglichst hohe Zahl an Verpflanzungen mitzuteilen, völlig egal, wie das Ergebnis dann ausschaut. Bis auf wenige Ausnahmen wurden die Parkbäume zu Straßenbegleitgrün degradiert, also der Art von Stadtmöblierung, die man jederzeit wieder aus dem Weg fällt, wenn ein vermeintlicher Fortschritt daher kommt. Aus den Augen, aus dem Sinn? weiterlesen

Stuttgart 21 zerstört weiteres Landschaftsschutzgebiet

Ehemals geschützte Magerwiese nun Schotterfläche der DB

Die Feuerbacher Heide hat eine sehr lange Geschichte, von den Streitigkeiten zwischen Feuerbach, Cannstatt und Stuttgart im Jahre 1480, über die Nutzung als Hinrichtungsstätte im 19. Jahrhundert bis hin zur Ausweisung zum  21,3 ha großen Landschaftsschutzgebiet 1961. Nun wurde die Feuerbacher Heide erst wieder zur Hinrichtungsstätte, allerdings „nur“ für zahlreiche vor sich hin vegetierenden und teils schon eingegangenen Bäume aus dem Mittleren Schlossgarten. Aber dem nicht genug, nun wird aus dem Landschafts“Schutz“gebiet durch  9700 Tonnen Muschelkalkstein, 3000 Tonnen Schotter und 1200 Tonnen Split der Deutschen Bahn eine riesige Abraumhalde – Verzeihung – der Begriff ist glaube ich „Schutzgebiet für Eidechsen mit Untertürkheimer Migrationshintergrund“. 
Ich war vor Ort um  Bildlich näher zu bringen was dies bedeutet:

Erst aus einer etwas anderen Perspektive wird die enorme Fläche vorstellbar. Und dies soll ausgerechnet eine Ausgleichsmaßnahme im Sinne des Artenschutzes sein… welch tiefschwarzer Sarkasmus. Die DB bewies diesen Sarkasmus allerdings auch schon bei der PR-Show der „Verpflanzungen für S21“ bei der Bäume aus dem Innenstadtgebiet größtenteils auf Friedhöfe oder wie hier  Hinrichtungsplätze oder aber schlicht Abraumhalden am Stadtrand erfolgte…

Wer denkt die DB hat schon genug in der Stadt Stuttgart zerstört irrt! Der Deutschen Bahn sind  keine Grenzen gesetzt. Kein Schutzgebiet, keine Grünfläche, kein Baum ist vor dem Bahnsinn rund um das Immobilienprojekt Stuttgart 21 sicher.

Hier ein Praxisbeispiel (link) welches die Erfolgschancen einer solchen Umsiedlungsaktion der DB bei S21 aufzeigt.

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

378. Montagsdemo gegen Stuttgart 21

Dreihundertachtundsiebzig Montagsdemonstrationen gegen Stuttgart 21 – dreihundertachtundsiebzig mal informative Reden – dreihundertachtundsiebzig mal Musik und Kultur.   Oben Bleiben.

Mehr Bilder -> Archiv / Link
Reden der Demos -> demoreden.schaeferweltweit.de
Buch: „abgrundtief + bodenlos: Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“  / PapyRossa Verlag / ISBN-13: 978-3894386382

Video Eberhard Linckh

( Alexander Schäfer auf www.schaeferweltweit.de )

24.07.17 – „Druck in den Kessel, für ein anderes Stuttgart“

Flyer als PDF herunterladen

Eine ganz besondere 378. Montagsdemo findet am 24.07.2017 unter dem Motto „Druck in den Kessel, für ein anderes Stuttgart“ statt. Rund um die Demo ist ein tolles Programm geboten! Das Vorprogramm beginnt ab 16:30 Uhr mit einer Bewegungsmeile in der Königstraße. Wie üblich beginnt die Montagsdemonstration dann um 18:00 Uhr auf dem Schlossplatz, dauert aber diesmal deutlich länger, bis ca. 19:30 Uhr. Der Demozug entfällt. Stattdessen findet im Anschluss die Buchvorstellung „Abgrundtief und Bodenlos. Stuttgart 21 und sein absehbares Scheitern“ im Rathaus statt.

24.07.17 – „Druck in den Kessel, für ein anderes Stuttgart“ weiterlesen

Zwei Drittel der Baden-WürtembergerInnen für „ernsthafte Prüfung des Umstiegskonzepts“

Infratest dimap Umfrage zu Stuttgart 21 im Auftrag von Prof. Peter Grottian/FU Berlin

„Das Wichtigste an der von Prof. Grottian beauftragten Umfrage ist die Antwort auf die dritte Frage: Danach befürworten 63% der Befragten (31% dagegen) eine ernsthafte Prüfung des von Stuttgart 21- GegnerInnen entwickelten Alternativ-Konzepts. Ausdrücklich wird in der Frage der Umstieg als Ausstieg aus Stuttgart 21 dargestellt zugunsten eines weiter entwickelten Kopfbahnhofs bei Umnutzung des bisher Gebauten bzw. Zerstörten“, so Dr. Norbert Bongartz, Co-Sprecher des Aktionsbündnisses und zugleich als Bauhistoriker Mitglied des vierköpfigen „Umstiegsteams“.

Besonders überwältigend sei diese Zustimmung, weil sie über alle Alters-, Partei- und Geschlechtergrenzen hinweg gehe. Sogar bei den Stuttgart 21-BefürworterInnen votieren mehr für als gegen (49% zu 47%) die ernsthafte Prüfung des Umstiegs und damit des Ausstiegs aus S21.

In schwer erklärbarem Gegensatz dazu steht, dass weiterhin 49% der Befragten das Projekt „im Großen und Ganzen für richtig“ hält. Infratest dimap hatte einen Vergleich mit ihrer analogen Befragung von 2011 gezogen. Damals hielten S21 50% für richtig. Immerhin ist die Zahl derer, die Stuttgart 21 für „falsch“ halten, von 35 auf 41% gestiegen.

Ebenso schwer erklärbar ist, dass 54% der 1.000 telefonisch Befragten der Meinung sind, die Politik sei weiterhin an das Ergebnis der Volksabstimmung gebunden. Möglicherweise hat ein Teil der Antwortenden nur bestätigen wollen, dass sie die Politik so, nämlich als an die Volksabstimmung gebunden, wahrnehme. Plausibler jedoch sei, „dass sich hier eine grundsätzlich positive Sicht auf das Prinzip einer offenen und breit angelegten Debatte (Schlichtung, Stresstest, Phoenix Dauerübertragung etc.) ausdrücke, wie es die Volksabstimmung 2011 symbolisiert hat“, so Bongartz. Die Zustimmungsrate kurz nach der Volksabstimmung dürfte noch bei 90% gelegen haben.

Die seinerzeitige Kampagne wurde von Befürworterseite mit unwahren, frei erfundenen Behauptungen zu Kosten, Ausstiegskosten, Kapazität und vielem mehr geführt. In heutigem
Sprachgebrauch war die Volksabstimmung ein frühes Beispiel für eine mit „alternativen Fakten“ betrieben Meinungsmache. Der bei der Umfrage ermittelte starke Wunsch nach ernsthafter Prüfung
von Alternativen zu Stuttgart 21 sei ein deutliches nach vorn weisendes Signal an die Politik, sich ernsthaft mit dem Umstiegskonzept auseinanderzusetzen und das Mantra des „Weiter-so“ in Frage zu stellen.

Mehr Informationen:
Pressemitteilung
Umfrage in BW zu „Stuttgart 21“ – Januar 2017 (Schaubilder)
Umfrage in BW zu „Stuttgart 21“ – Januar 2017 (Tabellen)

( Alexander Schäfer auf schaeferweltweit.de )

Gesucht: Bahnkompetenz, Sachverstand und Leidenschaft für die Schiene

Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de
17.08.2010 – Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de

Ich glaube das ist das erste mal das ich eine Pressemittelung (PM) aus den engeren Kreisen der Bahn verwende, doch die PM der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist es einfach wert zitiert zu werden. Nach Jahres der Misswirtschaft und geprägt von sinnlosen Immobilienprojekten (Leuchtturmprojekten) tritt R. Grube endlich ab. -> Zum Glück noch rechtzeitig für den Umstieg 21. Claus Weselsky ( Bundesvorsitzender der GDL)  bringt dazu passend und aus Fachkreisen zur Frage der Nachfolge auf den Punkt: „Nötig ist ein Kandidat mit klarer Bahnkompetenz, hohem Sachverstand und Leidenschaft für die Schiene. Er muss begreifen, dass die Zukunft der Eisenbahn im Schutz ihres Herzstücks, der Infrastruktur und nicht in einer weltweiten Expansion als Logistikunternehmen liegt.“

Die ehrliche, direkte und schonungslose PM findet sich auf der Seite der GDL (link)

Wegtreten Bitte. Stuttgart 21 – Ausstieg Jetzt!

Grube macht den Weg frei: Umstieg21 jetzt und keiner verliert mehr das Gesicht. Nicht zuletzt der Fluchhafen Berlin Brandenburg (BER) zeigt jedenTag aufs neue welch wahre Größe es bedeutet einen Fehler einzusehen und zu beenden statt wie ein trotziges Kind mit dem Fuß stampfend vor sich hin zu maulen „Ich will aber trotzdem weiterbuddeln!“

Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de
„Grube“ – Karikatur: Kostas Koufogiorgos www.koufogiorgos.de